Geschichten und Gedichte

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Echidna-Tikal
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Geschichten und Gedichte

Beitragvon Echidna-Tikal » 05.09.2006, 21:50

Dieses Gedicht hatte ich geschrieben, als Sonic Adventure 2 gerade draußen war, und ich mich nächtelang mit diesem Spiel beschäftigt hatte.
Inspiriert von den neuen Engels-Chaos ist damals folgende, kleine Geschichte entstanden


Eine kleine Chao Geschichte

An einem schönen Sommermorgen
Vergaßen die Chaos all ihre Sorgen,
und gingen hinunter zum Wasserfall
um ein Spiel zu spielen mit ihrem neuen Ball.
Ihre Freude war groß und auch ihr Gelächter,
das Wetter war spitze und die Laune noch besser.
Sie alle tummelten sich im Sonnenschein...
Nur einer nicht... Er war allein.

Da saß ein chao allein und mürbe
Und schaute fern auf der Bildschirmröhre.
Er zappte nicht und war unkonzentriert.
Das Programm blieb von ihm unregistriert.
Warum war er allein? Woran mag es liegen?
Warum wollte er nicht wissen, was die Anderen da trieben?
Niemand nahm Notiz von ihm oder dem was er tat,
sie taten grad so als ob es ihn gar nicht gab.
Der Kleine wurde nicht akzeptiert,
schließlich war er anders und somit mutiert.
Sich anzustecken oder mit ihm gesehen zu werden,
oder gar bei einer Berührung früh zu sterben,
das waren ihre Ängste und ihre Sorgen,
weshalb sie ihn mieden, den kleinen „Jordan“.

Ja... Jordan war sein Name,
und was anders an ihm war, war seine Farbe.
Ein Chao ist normalerweise himmelblau,
das weis jeder Chao ganz genau.
Und auch ein leuchtend, fröhlicher Gelbstich
Fehlt bei einem, echten Chao nich´.
Welch ein Wesen gab durch Jordan sein Debüt
Das er blass war wie durch Nebel getrübt?
Fast weiß, ließen sich bei ihm die Farben nur erahnen
Wie konnte das sein bei so strahlend bunten Ahnen?
Er konnte also kein Chao sein,
und Fremde gehören in diese Gemeinde nicht hinein!

Da saß er nun und immer ganz allein,
denn Niemand hier wollte sein Freund sein.
Er lernte es alleine zu spielen und Dinge zu machen,
aber eins konnte er nicht... wie die Anderen fröhlich lachen.
Zu traurig war der Kleine über das was ihm beschert,
so traurig das er jetzt da sitzt... völlig in Sich gekehrt.
Doch wir schweiften vom heutigen Tage ab,
und waren dort, wo es was zu erzählen gab.

An jenem Tage nämlich geschah Etwas Erstaunliches.
Ein Wunder würde man sagen... oder Ähnliches.
Beim Ballspielen gab einer der Chaos nicht Acht,
und warf den Ball mit zu viel Kraft,
worauf der Fänger bei rückwärts gehen
dem Rande zu nahe kam... und dann wart es geschehen.
Er verlor den Halt als sein Fuß ins Leere trat,
und stürzte hinab, weit ab vom sicheren Pfad.
Er konnte sich abfangen und an einem Zweige klammern,
doch er kam nicht mehr hoch und fing an zu jammern.
Hilflos standen die Anderen am Abgrund,
sie kletterten nicht... und das hatte seinen Grund.
Angst hatten sie... Höhenangst um genau zu sein.
Und so ließen sie ihn dort hängen... so ganz allein.
Sie schauten nur hinab und bangten um ihren Freund,
helfen konnten sie ihm nicht... so sehr er auch hat geweint.
Plötzlich knackte der Ast laut an dem er hing,
und er merkte auch, dass es ein Stück tiefer ging.

Nun war bei allen die Panik ausgebrochen,
sie rannten kreuz und quer... ununterbrochen.
Von dem bisherigen Geschehen
Hatte Jordan nichts mitbekommen,
aber das Weinen und das Flehen
ist nun doch bis an sein Ohr gedrungen.
Sein gerade noch leerer Blick
Wanderte nun in Richtung Ungeschick.
Schnell erkannte er was dort geschah,
dort war einer der Chaos in großer Gefahr!
Er stand sogleich auf und rannte los,
seine Angst um den Kleinen war sehr groß.
Als er ankam am Unglücksort,
starten ihn alle an und wünschten ihn hinfort.

Keiner sagte in diesem Moment auch nur einen Ton,
schließlich war er ein Mutant... doch das sagten wir schon.
Mutanten sind gefährlich und tun böse Dinge...
Sicher freute es ihn nur, dass der kleine da hinge.
Stutzig schauten sie zu und beobachteten Jordan,
sie vertrautem ihm nicht und ließen ihn nicht aus den Augen.
Er selbst schaute hinab zum Unglücksraben,
drehte sich um und ging fort ohne ein Wort zu sagen.
Nicht mal eine Miene verzog er...
Sie sahen sich bestätigt... Er war ein Monster!
Ihre Freude über sein Verschwinden hielt nicht lange an,
schließlich hing der Kleine noch immer an dem Aste dran.
Als sie so zu ihm hinunter schaun´,
erschraken sie plötzlich und fingen an zu staun´,
als mit einem Male ein Seil, scheinbar aus dem Nichts,
zwischen ihnen her in Richtung Chao zischt.

Sie wollten wissen woher es kam,
und drehten sich um, worauf sie es sah´n.
Ausgerechnet Jordan, von dem alle dachten,
er wäre nur interessiert an bösen Machenschaften,
er hatte das Seil hinuntergelassen.
Sie alle staunten und konnten es nicht fassen.
Das eine Ende an einem Baume festgemacht,
konnte man daran klettern... und so war´s auch gedacht.
Jordan kraxelte zum Chao das Seil hinab,
so langsam wurde die Zeit auch knapp.
Er kam gerade noch rechtzeitig an,
als der Ast bricht, und er den Chao festhalten kann.

Für die anderen war der Schock einfach zu viel,
so das mancher von ihnen sogar in Ohnmacht fiel.
Der Kleine klammerte sich ganz fest an Jordan
Und kniff sie ganz fest zu... seine Augen.
Der Kleine hatte keine Angst mehr vor dem Fremden;
Viel größer war die Angst in einem Abgrund zu enden.
Mit dem Kleinen so um den Hals gehangen,
machte sich Jordan auf wieder nach oben zu gelangen.
Inzwischen hatten sich alle von dem Schrecken erholt,
und waren aus der Ohnmacht wieder zurückgeholt.

Kaum waren die Beiden oben angekommen,
wurde der Kleine sogleich in Empfang genommen.
Sie nahmen ihn zu sich und freuten sich sehr,
sie sangen und tanzten und sprangen umher.
Doch hatten sie da nicht etwas vergessen?
War denn nicht einmal ein „Danke“ angemessen?
Unser Held war alleine und schaute bloß zu,
er gehörte ja schließlich noch immer nicht dazu.
Er schaute sich das bunte Treiben noch kurz an,
dann drehte er sich um und ging von dan´.
Mit gesenktem Kopf ging er zurück zu seinem Fernseher
Und wurde von Sekunde zu Sekunde immer trauriger.
Da saß er nun und war wieder allein,
es ist schwer ein Mutant nur zu sein.

Plötzlich verstummte das ferne Gejubel,
war er nun zu ende der große Trubel?
Eine Weile lang blieb es so still um ihn herum,
das kannte er so gar nicht... und er fragte sich: warum?
Da tauchte ein Chao in der Ferne auf,
und rannte auf ihn zu im Dauerlauf.
Das er zu ihm wollte... da dachte er nicht mal im Traume dran
Da stand er schon vor ihm und sie schauten sich an.
Der Chao wollte sich bei Jordan bedanken,
und äußerte dabei auch einen Gedanken:
Er lud ihn zu einem gemeinsamen Spiele ein.
„Hast Du Lust?... das wäre fein!“

Ein wenig verwundert sagte er zu,
war das Reden mit ihm nicht tabu?
Doch als wäre das noch nicht genug an sonderbaren Dingen,
nahm er auch noch seine Hand und wollte ihn auf die Füße bringen.
Jordan war doch ein Monster... das war allen bekannt,
warum war der Chao nicht verängstigt davon gerannt?
Stattdessen redete er mit ihm...
Kannte er denn nicht das gefährliche Ungetüm...?
Freundlich lächelt der Chao ihn an:
„Komm mit mir... ich zeige es Dir dann!“
Er folgte dem Chao und war noch verwirrt,
als schließlich am Hügel alles aufgeklärt wird:

Sie Alle waren hier zusammen gekommen,
und haben Jordan herzlichst in Empfang genommen.
Sie hatten für ihn Früchte und Samen parat gestellt,
er wurde gefeiert... gefeiert als Held.
Jeder wollte ihm zum Dank die Hände geben,
er war der Mutigste den es je hat gegeben.
Keiner hätte sich je getraut dort hinunter zu klettern,
sie Alle zählten nicht zu den mutigen Rettern.
Jordan war etwas Besonderes,
darüber waren sich alle einig,
doch nun war es etwas Anderes,
statt Mutant war er ein Held auf ewig.

Er war so glücklich wie nie zuvor in seinem Leben,
sie hatten ihm damit viel Kraft und Selbstbewusstsein gegeben.
Er hatte nun was ihm ein Leben lang fehlte,
Freunde auf die er von nun an zählte.
Bei diesem Gedanken war es dann auch geschehen.
Alles wurde plötzlich hell und man konnte kaum was sehen.
Aus dem Nichts heraus blendete so stark das Licht,
da half zum Schutze nur noch die Hand vorm Gesicht.
Keiner wusste was da geschah
Als es mit einem male vorüber war.
Was konnte das gewesen sein?
Ein plötzlich auftretender greller Schein?

Sie mussten das Öffnen der Augen noch meiden,
und waren noch kräftig dabei sie zu reiben,
bis sie langsam wieder etwas erkannten,
wenn die Konturen auch noch schwankten.
Schließlich schauten sie in Richtung Jordan...
Und trauten ihnen nicht so recht... ihren Augen.
Der war nämlich nicht mehr blass und karg,
sondern strahlend weiß und leuchtete stark.
Seine Flügel waren gefiedert und elegant,
man hätte ihn bald nicht wieder erkannt.
Er war ein engelsgleiches Geschöpf geworden,
mit Heiligenschein und dunklen Augen.

Nun wurde es ihnen klar,
er war schon immer sonderbar,
doch er war immer schon ein Chao gewesen
ein solcher der sich verwandelt in diese Wesen.
Doch sind diese nur sehr selten
Und kommen nicht oft vor in diesen Welten.
Das sie anders aussehen ist doch klar,
doch galt dies bei Jordan nur als sonderbar.

Keiner hatte sich je Gedanken gemacht,
oder über die Gerüchte nachgedacht.
Sie Alle wussten ganz genau,
er war böse und nicht sehr schlau.
Doch Niemand ist je zu ihm hingegangen,
um mit ihm mal ein Gespräch anzufangen.
Um sich eine eigene Meinung zu bilden,
ob die Geschichten nicht nur erfunden würden.
So konnte er nie zeigen wie er war,
nur etwas Farbarm... aber nicht sonderbar.

Er hatte viel Herz, war mutig und klug,
doch das war den Anderen wohl nicht genug,
denn die Eigenschaften waren uninteressant,
solange er blass war, war er ein Mutant.
Er war ständig traurig und verklemmt,
und genau das hat auch die Entwicklung gehemmt.
Sie fürchteten ein Wesen,
das erst durch die Furcht entstanden gewesen.
Erst als Jordan wieder zum Lachen im Stande war,
wurde aus ihm ein Engel so wunderbar.


Zum Glück bekam Jordan die Möglichkeit,
zu zeigen das er helfen würde... jederzeit!


Von diesem Tage an und in alle Zeiten,
wollten Sie keine Gerüchte mehr verbreiten.
Keiner ließ den anderen mehr im Stich,
wollte selber entscheiden, wen er mag und wen nicht.
Vorurteile und was man so erzählt,
das war egal... das Wesen ist es was zählt.
Und das wollte nun Jeder für sich erkunden,
so haben schon manche zusammengefunden.



Ende

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Re: Geschichten und Gedichte

Beitragvon Metaknight » 27.05.2012, 13:58

Eine KLEINE Chaogeschichte :?:
Ich find` die schon ganz schön lang !
Aber ich finde sie cool :mrgreen:
Es ist ja nicht so, dass ich dich hasse, aber würdest Du brennen und ich hätte Wasser… Ich würds trinken!

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Re: Geschichten und Gedichte

Beitragvon Ekko » 11.07.2012, 22:59

Wow!
Da steckt 'ne Menge Arbeit drin - sehr hübsch geschrieben, ich bin ja immer für gut gemachte Wortakrobatik zu haben - hast Du noch mehr geschrieben?
Je mehr Käse, desto mehr Löcher.
Je mehr Löcher, desto weniger Käse.
Also: Je mehr Käse, desto weniger Käse.


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