Warum die Dreamcast scheiterte

Hier wird über alles Allgemeine zum Thema Dreamcast diskutiert.
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Warum die Dreamcast scheiterte

Beitragvon Maturion » 23.04.2012, 13:30

Derzeit stellen wir in unserem Dreamcast-Wiki eine Liste von Gründen zusammen, wieso die Dreamcast scheiterte. Das ganze ist natürlich subjektiv und sind Spekulationen. Aber genau das versuchen wir zu sammeln, den "den" Grund warum die Dreamcast scheiterte gab es sicher nicht.

Auf der Hauptseite kann eine Sammlung von Gründen hier gelesen werden: [url]http://www.sega-dc.de/dreamcast/Gruende_für_das_Scheitern_der_Dreamcast[/url]

Ich zitiere mal:
Die Gründe für das Scheitern der Dreamcast sind sicherlich vielfältig und es gibt keine eindeutige Ursachen für den kommerziellen Misserfolg.

Sicherlich eine Rolle spielte, dass SEGA mit dem Saturn finanziell bereits angeschlagen war, bevor die Dreamcast überhaupt auf den Markt kam. So hatte SEGA deutlich weniger Geld für Marketing und Werbung übrig, zudem waren die beiden Konkurrenten Nintendo und insbesondere Sony finanziell eine Nummer größer als SEGA. Sowohl Sony als auch Nintendo hatten neben dem Heimkonsolenbereich noch ein odere mehrere weitere Standbeine. Nintendo kontrollierte mit dem GameBoy den lukrativen Mobilkonsolenmarkt, Sony war ein internationaler Elektronikgroßkonzern mit Milliardenumsatz. SEGA hingegen hatte neben dem immer weiter zurückgehenden Arcade-Sektor nur noch den Heimkonsolenmarkt, Absatzschwierigkeiten in diesem Bereich trafen das angeschlagene SEGA also besonders hart. Mit dem 1994 veröffentlichten und gefloppten MegaDrive-Addon 32X, das nach nicht einmal einem Jahr wieder fallen gelassen wurde, hatte SEGA zudem das Vertrauen bei vielen Fans zerstört.

Mit dem DVD-Player fehlte der Dreamcast zudem ein damals entscheidendes Feature, über das die PlayStation 2 ab Werk verfügte. Als SEGA die Dreamcast entwickelte, war die Bedeutung eines DVD-Laufwerks noch nicht absehbar, die Lage änderte sich aber drastisch innerhalb der nächsten Jahre. Insbesondere um das Jahr 2000 herum war der eingebaute DVD-Player der PlayStation 2 ein echter Kaufgrund für diese Konsole. Auch mit dem "Coolness-Faktor" der PlayStation 2 konnte die Dreamcast zudem einfach nicht mithalten. Die PlayStation 2, in dunklen Farben, erschien erwachsener und einfach "cooler" als SEGAs Dreamcast. Um die PS2 entstand ein enormer Hype, dem SEGA nichts vergleichbares entgegenzusetzen hatte. Je mehr über die PS2 bekannt wurde, desto schwächer wurden die Verkaufszahlen der Dreamcast.

Eines der Hauptfeatures der Dreamcast, das Online-Gaming, war damals auf Spielkonsolen noch kein wirkliches Thema. Erst einige Jahre später, mit dem Start von Xbox Live und dem PlayStation Network im Jahr 2003 wurden Online-Spiele auf Konsolen reif für den Massenmarkt. Die Dreamcast-Onlinedienste wurden von Spielern zwar durchaus genutzt, stellten aber für die Meisten keinen wirklichen Kaufgrund oder ein "Killer-Feature" da.

Electronic Arts, der Hersteller der beliebten EA-Sports-Spiele (FIFA, NBA...) hatte der Dreamcast seine Unterstützung versagt, nachdem die Spiele-Verkaufszahlen auf dem SEGA Saturn äußerst enttäuschend waren. Somit erschienen diese beliebten Sportspiele nicht auf der Dreamcast. Das Genre der Rollenspiele, ein insbesondere in Japan äußerst populäres Spielegenre, war auf der Dreamcast ebenfalls unterrepräsentiert. Der bekannte japanische Hersteller Squaresoft (heute Square Enix), bekannt für Spielereihen wie Final Fantasy, ignorierte die Dreamcast etwa völlig und veröffentlichte kein einziges Spiel für SEGAs Kringelbox.

Obwohl SEGA nur über ein begrenztes Budget verfügte, bekam der Spieledesigner Yu Suzuki für die Produktion von Shenmue eine Summe von ungefähr 70 Millionen Dollar bereit gestellt. Anfangs wurde der Titel auf dem Saturn und später für Dreamcast entwickelt. Damit ist Shenmue eines der teuersten je entwickelten Videospiele. Nur noch GTA IV kann so eine hohe Zahl schlagen. Trotz des enormen Budgets und äußerst positiven Testergebnissen waren die Verkaufszahlen von Shenmue jedoch enttäuschend, was SEGA finanziell weiter belastete.

In Europa ging zudem ein Großteil des Werbebudgets für äußerst teures Sponsoring von Spitzen-Sportmannschaften, wie etwa dem FC Arsenal London, drauf. Während dieses Sponsoring durchaus Wirkung in Großbritannien hatte, blieb das Engagement in den meisten anderen Teilen Europas völlig unbeachtet. Der Bereich Print- und Fernsehwerbung blieb ebenfalls relativ unbedient. Viele Spieler konnten damals mit der Marke Dreamcast nichts anfangen. Die Werbekampagne von SEGA Europe war für viele Menschen verwirrend und teils unattraktiv. Viel zu wenig Spieleszenen wurden gezeigt, stattdessen wurden Slogans wie "We all play games. Why don't we play together?" (zu Deutsch: "Wir alle spielen Spiele. Warum nicht zusammen?") beworben. Zur Eröffnung der Dreamarena strahlte SEGA in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien jeweils drei Werbespots aus, in denen immer ein anderes der vier Länder als Online-Konkurrent dargestellt wurde (Beispielspot: Deutschland, aus der Sicht von Großbritannien). Eine sehr humorvoll gestaltete TV-Werbung, doch leider bekam man diese und weitere Spots in Deutschland kaum zu sehen, da sie oftmals zu unmöglichen Zeiten auf Spartenkanälen wie MTV oder ähnlichen Privatsendern liefen. Dennoch hätte die Dreamcast in Europa noch einige Zeit länger durchgehalten, als der japanische Mutterkonzern.

Entgegen vieler Behauptungen hatten Raubkopierer und die Warez-Szene auf der Dreamcast keine negativen Auswirkungen auf die Dreamcast-Verkaufszahlen - im Gegenteil. Bestimmten Quellen zufolge sollen die Dreamcast-Verkäufe nach der Veröffentlichung der Utopia BootCD im Juni 2000 kurzfristig um 10 bis 20 Prozent gestiegen sein. Zudem lässt sich festhalten, dass Raubkopien auf der Dreamcast nicht verbreiteter waren als beispielsweise auf der PlayStation. Natürlich entgingen so SEGA und anderen Entwicklern Millionen, die sie anderweitig durch Spieleverkäufe hätten einnehmen können. Zur Einstellung der Dreamcast hat die Raubkopierer-Szene aber sicher nicht geführt. Die Raubkopierer-Szene kann man unter Umständen aber dafür verantwortlichen machen, dass ab 2001 einige Dreamcast-Spiele, die kurz vor der Fertigstellung standen, dann doch nicht mehr veröffentlicht wurden.

Einer der Gründe für das Scheitern der Dreamcast war aber eventuell die fehlende Kompatibilität mit dem Saturn. Die PlayStation 2 war im Gegensatz zur Dreamcast mit ihrem Vorgänger kompatibel und somit konnten ab dem Launch hunderte an PSOne-Spielen mit ihr genutzt werden. Die Dreamcast war technisch hingegen anders als der Saturn aufgebaut und man konnte keine Spiele der Vorgängerkonsole auf ihr nutzen. Für viele Kunden spielte die Abwärtskompatibilität sicherlich eine Rolle bei der Kaufentscheidung. Um 2000 kamen zum Teil noch neue Toptitel für die PSX, wie etwa Final Fantasy IX, die meisten PSX-Spiele waren um 2000 zudem billig zu haben und damals durchaus noch aktuell. In Japan kam die Dreamcast 1998 mit lediglich vier Launchtiteln auf den Markt, bis Ende des Jahres waren immer noch nur 10 Titel verfügbar. Eine Abwärtskompatibilität hätte dem System sicherlich gut getan.

Letztlich lässt sich zudem festhalten, dass der Zeitpunkt für die Veröffentlichung der Dreamcast ungünstig gewählt war. Die Dreamcast wurde schon 1998 in Japan veröffentlicht. Sie wurde oft als erste 128-Bit-Konsole bezeichnet, stand aber damals eigentlich zwischen zwei Konsolengenerationen. Damals waren Konkurrenzgeräte wie beispielsweise das Nintendo 64 gerade mal zwei Jahre auf dem Markt und technisch noch voll auf der Höhe. Bedenkt man, dass die Dreamcast schon ab 1997 entwickelt wurde, wird klar, dass teilweise Technik aus dem Jahr 1997 in der Dreamcast zum Einsatz kommt. Wichtige Technologien, wie etwa die DVD, waren zur Entwicklungszeit der Dreamcast noch nicht ausgereift oder erschienen damals noch unbedeutend. Während SEGA so beispielsweise auf ein DVD-Laufwerk verzichtete, setzte sich diese Technologie spätestens ab 1999 durch. Beim OnlineGaming setzte SEGA ebenfalls noch voll auf Modems - während wenige Jahre später der Siegeszug von DSL begann. SEGAs Kringelbox war dem Nintendo 64 und insbesondere der PSX technisch natürlich trotzdem drastisch überlegen - aber der Leistungsunterschied erschien für die meisten Spieler oft nicht so deutlich. Viele Multiplattform-Titel wurden ohnehin für mehrere Plattformen gleichzeitig entwickelt und sahen so auf allen Systemen weitgehend gleich aus. Die Dreamcast-Version von beispielsweise Rayman 2 unterscheidet sich grafisch kaum von der N64-Version. Die Dreamcast-Version sah dann nur geringfügig besser aus, als beispielsweise ihr N64-Pendant. Die Zeit, die zwischen dem Release der PS2 und der Dreamcast verging konnte Sony nutzen, um auf Markttrends zu reagieren und modernere Technologien als SEGA zu verwenden.

Hätte SEGA nicht 2001 aufgegeben, wären im selben Jahr mit dem GameCube und der Xbox noch zwei weitere Konkurrenten auf den Markt gekommen, die sogar der PS2 technisch noch einmal deutlich überlegen waren. Spätestens dann hätte SEGAs Hardware wirklich alt ausgesehen. Man kann also sagen, es wäre im Sinne SEGAs gewesen, mit der Dreamcast noch ein bis zwei Jahre zu warten. So wäre SEGA technisch für das neue Jahrtausend wesentlich besser gerüstet gewesen. Allerdings war SEGA durch das Saturn-Debakel unter Zugzwang und wollte so schnell wie möglich, einen Nachfolger für den äußerst schlecht laufenden Saturn auf den Markt bringen.

Betrachtet man die Verkaufszahlen der Dreamcast, erscheinen diese bei genauerer Betrachtung eigentlich gar nicht so schlecht. Es gibt hierzu zwar keine genauen Zahlen, Schätzungen reichen von 9 Millionen bis 11 Millionen verkauften Dreamcasts. Angesischts der Tatsache, dass die Dreamcast in Japan bis zu ihrer Einstellung kaum mehr als zwei Jahre, in Europa und den USA kaum mehr als ein Jahr auf dem Markt war, sind dies keine wirklich schlechten Zahlen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass Nintendo mit dem GameCube auch nur rund 22 Millionen Geräte verkaufen konnte - und das innerhalb von fünf Jahren. Im Gegensatz zu Nintendo fehlte SEGA aber eine Art zweites Standbein, mit dem man die Verluste im Heimkonsolenbereich hätte verkraften könnten. Nintendo hatte hierzu den erfolgreichen GameBoy, SEGA hatte nur den stetig schrumpfenden und wesentlich kleineren Arcade-Markt.


Jetzt würde uns interessieren ob ihr noch weitere Gründe für das Scheitern der Dreamcast findet? Was fällt euch noch ein wieso die Dreamcast scheitern musste? Das ganze sollte hier möglichst gesammelt werden und dann in unser Wiki eingebaut werden. :D Gibt es an obigem Text von eurer Seite noch etwas zu kritisieren?
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Re: Warum die Dreamcast scheiterte

Beitragvon Ryverion » 25.04.2012, 08:56

Meiner Meinung nach war Microsoft ein zusätzlicher Tritt in den Hintern für das ohnehin schon angeschlagene SEGA. Die Redmonder trotzen von Gier und Monopoleinstellung zum Business, die hatten damals ein konkurrierendes Betriebssystem Mitte 2000 auf brutalster Weise weggedrängt, um sich damals mit ihrem Windows XP im Markt gut positionieren zu können. Ich schätze, für deren war Dreamcast nur eine Art Versuchsobjekt, damit sie sehen, wie weit und wie gut sich das entwickelt, man hat sich viel abgeschaut und dokumentiert. Sie erkannten das Potenzial in einem Entertainment-Only-Gerät und wollten sich diese lukrative Art von Einnahmequelle nicht entgehen lassen. Plötzlich warens doch 2001 mit ihrer eigenen Konsole am Start. Selbst der Kontroller sah dem Dreamcast-Pad doch schon irgendwie in einer Weise ähnlich. Die Partnerschaft mit Microsoft, ihr Win-CE für Segas Konsole bereitzustellen war dann halt eben nur pures Gift.

Was das Marketing angeht, demnach kann ich nur zustimmen. Die Meisten wussten nur von Versandhäusern und Katalogen was von der Konsole. 128-bit Power, Online-Gaming-Welten... :mrgreen:
Der Haken war das man in Sachen Werbung sich mehr damals auf das aktuelle Spieleangebot sowie der Hardware-Möglichkeiten hätte beziehen können. Ich weiß noch wie damals ab und zu kleine Teaserchen von Gamecube-Titeln im Fernsehen gezeigt und auf Heft-CDs gepresst wurden.. sowas ähnliches hätte sich SEGA auch sicher einfallen lassen können. :wink:

Zum Thema Abwärtskompabilität, N64 war damals auch mit nur 2 Titel am Verkaufsstand da und SNES ist auch doch ohne Abwärtskompabilität völlig ausgekommen.. denke, das dass und das Raubkopieren doch eher nicht so das Problem waren. :mrgreen:
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Re: Warum die Dreamcast scheiterte

Beitragvon Maryokutai » 27.04.2012, 10:41

Ich glaube, das größte Problem der Dreamcast war der Saturn, rein wirtschaftlich gesprochen. Wenn das Nachfolgegerät einer Konsole, die sich gerade mal so 10 Millionen mal verkauft hat, gegen den Nachfolger der Playstation in die Schlacht, welche wiederum die 100 Millionen Grenze überschritten hatte ... ja, wie soll das auch anders ausgehen?
Mit SEGA-Konsolen ging es verkaufstechnisch eigentlich stetig bergab, nachdem man – wie im Artikel erwähnt – mit den MD-Add-Ons einige Fans vergrault hatte. Als dann der Saturn auch noch wirklich gezielt eher eine Nische ansprach, was das First-Party Output angeht, während die Playstation mit Tomb Raider, Gran Turismo und Final Fantasy wie eine Bombe im Mainstream-Markt einschlug, war es im Grunde schon kaum mehr möglich, das Ruder herunterzureißen. Dafür hätte es einen Milliardenkonzern wie Microsoft benötigt (die es mit der 360 auch geschafft haben), aber ein SEGA, das nach anderthalb Generationen recht angeschlagen war, hätte nie und nimmer mit der DC neben PS2, GameCube und XBox mithalten können. Sicherlich haben auch andere Faktoren eine Rolle gespielt, aber der "Schock" des Endes ist, rückblickend betrachtet, IMO einfach nur die Konsequenz der vorangegangenen sechs bis sieben Jahre.

Und die Problematik mit dem Mainstream haben sie ja bis heute nicht wirklich erkannt, da es kaum SEGA-Franchises gibt, die gezielt darauf ausgelegt sind, ein großes Publikum anzusprechen. Das macht eine Firma für uns zwar sympathisch, gerade wenn die Qualität der Spiele stimmt, aber spätestens seit der 128bit-Generation braucht jede Konsole einen Mario, ein Need for Speed oder ein Halo, um Erfolg zu haben. Sowas hatte SEGA seit dem Mega Drive nie wieder.
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Re: Warum die Dreamcast scheiterte

Beitragvon Doubledeejay » 28.04.2012, 11:26

Das der Saturn kaum noch 3rd parties anziehen konnte, kann ich aber nicht verstehen, auf dem MD gabs die auch und zwar teilweise sogar Exklusiv.

Vielleicht lag es an der komplizierten Prozessor Struktur des Saturn, das kaum einer dafür Spiele entwickeln wollte, und wenn, dann ohne viel Aufwand. Dreamcast war natürlich Leistungsmäßig die beste Konsole der 90er, hatte auch Knüllertitel (Sonic Adventure, Shenmue, Crazy Taxi, Phantasy Star Online...) und wäre zumindest kurzzeitig einer Playstation 2 beigekommen. Meiner Meinung nach liegt der "Fehler" von Sega aber viel früher.

Als 1991 die Mega CD erschien, warum hat Sega dann nicht einfach ein Stand Alone Gerät veröffentlicht, welches den MD abgelöst hätte? Spiele gab es genug, die die MCD zum Erfolg gemacht hätten, allein Sonic 3 & Knuckles wäre schon ein gewaltiges Projekt geworden, Phantasy Star 4 wäre wahrscheinlich viel umfangreicher geworden und so weiter. Stattdessen begann damals schon der Blödsinn mit den Hardware Add Ons, die eine andere Konsole zum funktionieren brauchten.

Sega hätte in Ruhe die Mega CD vermarkten können und die Dreamcast entwickeln können. 1998 wären sie dann damit gekommen und es wäre vielleicht ein größerer Erfolg geworden.
Die 10 besten Spiele aller Zeiten:

Sonic Adventure (DC), Phantasy Star 4 (MD), Super Mario 64 (N64), Donkey Kong Country 2 (SNES) Sonic 3 & Knuckles (MD), Yoshis Island (SNES), Endless Ocean (Wii), Shenmue 1+2 (DC), Zelda: The Wind Waker (GC).

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Re: Warum die Dreamcast scheiterte

Beitragvon obagiseler » 10.05.2012, 21:47

nunja das marketing war auch net gerade toll ich weis noch der spruch: bis zu 6 milliarden spieler :)

aber hey egal was war die dreamcast ist die konsole mit dem größten kult und alein dadurch wird sie von so vielen geliebt :) :mrgreen:

und für mich wird sie dei coolste konsole bleiben egal was kommt :)

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Re: Warum die Dreamcast scheiterte

Beitragvon Drake » 24.06.2012, 15:11

Die Dreamcast ist meiner Meinung nach durch Fehler aus Segas Vergangenheit und die Übermacht Sony und Microsoft untergegangen.
Hätte Sega damals zu MegaDrive Zeiten nicht diese Addons wie Mega CD und 32X veröffentlicht sondern sich einfach nur auf den Saturn konzentiert, wären Ihnen damals nicht so viele Anhänger weggelaufen.
Nach den besagten Addons waren die Fans misstrauisch. Und dieses Problem zog sich dann über den Saturn bis zur Dreamcast. Dazu noch zu wenig Werbung, zu teuer und die beiden oben genannten Giganten stampften Segas Dreamcast dann endgültig in den Boden. Da half auch das Meisterwerk Shenmue nichts mehr.

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Re: Warum die Dreamcast scheiterte

Beitragvon Maturion » 24.06.2012, 23:06

Drake hat geschrieben:Die Dreamcast ist meiner Meinung nach durch Fehler aus Segas Vergangenheit und die Übermacht Sony und Microsoft untergegangen.
Hätte Sega damals zu MegaDrive Zeiten nicht diese Addons wie Mega CD und 32X veröffentlicht sondern sich einfach nur auf den Saturn konzentiert, wären Ihnen damals nicht so viele Anhänger weggelaufen.
Nach den besagten Addons waren die Fans misstrauisch. Und dieses Problem zog sich dann über den Saturn bis zur Dreamcast. Dazu noch zu wenig Werbung, zu teuer und die beiden oben genannten Giganten stampften Segas Dreamcast dann endgültig in den Boden. Da half auch das Meisterwerk Shenmue nichts mehr.


Was mir eigentlich erst im Nachhinein auffiel, ist auch die Tatsache, dass SEGA seine älteren Konsolen unglaublich lange unterstützt hat. Es sind Mitte der 90er Jahre noch MasterSystem-Spiele erschienen, das MegaDrive wurde ebenfalls lange nach Erscheinen des Saturns noch mit Spielen versorgt. In Japan wurde der Saturn bis 2000 vertrieben. Das hat vielleicht damals viele Konsumenten dazu gebracht, "vorerst noch nicht auf eine neue Konsole umzusteigen".
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Re: Warum die Dreamcast scheiterte

Beitragvon Ekko » 26.06.2012, 02:05

Interessant, hatte ich so noch gar nicht bemerkt.

Ich glaube ja auch, dass Sega die Zeichen der Zeit nicht richtig gelesen hat und den Saturn noch primär als 2D-Powerbüchse designed hat, der nebenbei auch noch 3D "mitmacht", was ja dann, wie wir wissen, in schwierigster Programmiererei ausartete, um der PS Paroli bieten zu können.
Zugleich hat sich Sony den Ruf als heißer Neueinsteiger aufgebaut und definitiv den Coolness-Faktor weitaus höher geschraubt als Sega. Ich hatte damals auch beide, mochte aber meinen Saturn immer lieber, als die "Volkskonsole" PS. Wahrscheinlich deshalb. Ich wollte freaky, Sony wollte alle.
Das ist ihnen ja auch geglückt. Und Sega hat gegen die Marketingkraft und -Erfahrung von Sony keine Chance gehabt. Das zusammen mit den auf der PS besser aussehenden Spielen und so läppischen Sachen, die der Saturn nicht draufhatte, wie Transparenzen (-hatte er ja, aber eben nicht "mal eben so"-) war sicherlich schon genug. Aber die Marketingsuppe, die Sega gekocht hatte, schmeckte eben auch bitter. Ich glaube, die einzige Marketingstrategie, die Sega je wirklich 100% richtig gemacht hat, war dieser Waynes World-Abklatsch zu Championtrain-Zeiten :mrgreen:
Das war cool, zeitgemäß, genau die Jugend getroffen und fresh.

Obschon ich die DC-Werbung ja auch nicht so übel fand. Wäre die so von Sony gewesen, hätten's alle gefressen... :lol:

Jedenfalls waren meiner Meinung nach Mega CD und 32X zwar schlimm, aber verzeihbar. Wäre nur der Saturn-Scheiss nicht gewesen... Da ging der Markt richtig ab. Nur ohne Sega. Und Ab da war's dann leider auch mit der DC nicht mehr zu retten.
Obwohl sich die ja auch gut verkauft hat. (Waren die Verkaufszahlen nicht sogar gleich oder fast gleich mit dem Gamecube?)
Aber Sega brauchte zu dieser Zeit schon keine gute laufende Konsole mehr, sondern eine sehr gut bis Markführer-mäßig laufende Konsole, und das ging ja leider nich klar...

Ich denke, selbst wenn Sega sich sogar noch eine Generation weiter gerettet hätte, hätten wir vielleicht vor 7 Jahren oder so eine DC2 gehabt, aber dann wär wahrscheinlich auch bald Schluss gewesen.

Nintendo beisst sich ja noch durch, aber ich befürchte, die sehen auch bald schwarz. Ohne jetzt in selbiger Farbe malen zu wollen, aber ich glaube nicht, dass individuelle Bedienkonzepte allein gegen aufkommenden Beinhahe-Fotorealismus anstinken können. Vielleicht ist Nintendo jetzt gerade so "seiner Zeit voraus", wie es Sega damals war.
Anyway, darum geht's hier nicht, ich ziehe mich mal in meine Gemächer zurück... :mrgreen:
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Re: Warum die Dreamcast scheiterte

Beitragvon Maryokutai » 26.06.2012, 18:37

Ekko hat geschrieben:Obwohl sich die ja auch gut verkauft hat. (Waren die Verkaufszahlen nicht sogar gleich oder fast gleich mit dem Gamecube?)


Nee, war nur rund die Hälfte – allerdings war der Gamecube auch doppelt so lange auf dem Markt, was das Ganze wiederum irgendwie ausgleicht. Schon kurios, dass das eine Gerät SEGA fast in den Ruin trieb, der Gamecube für Nintendo aber gerade noch so wirtschaftlich war (der starke GBA war natürlich ein toller Bonus).

Ich glaube das ist auch ein wichtiger Punkt; SEGA hatte nur ein einziges Standbein: Heimkonsolen. Den Handheldmarkt im großen Stil überließ man nach dem Game Gear ja wieder Nintendo, sodass quasi ein Misserfolg (oder in diesem Falle zwei) der Haupt- bzw. einzigen Einnahmequelle natürlich schnell das Aus bedeuten kann. Deshalb können sich Microsoft und Sony nach diversen Fehlschlägen wie dem RoD oder den unglaublich miesen ersten zwei Jahren der PS3 auch noch immer so durchboxen; der eine verkauft nebenher milliardenschwere Betriebssysteme und Software, die anderen vom Fernseher bis zum Laptop alles, was der moderne Mensch (nicht) braucht. Fehlt sowas, muss die aktuelle Konsole einfach gut laufen, denn andernfalls wird’s kritisch. SEGAs Arcade-Präsenz ist zwar seit jeher stark, aber wohl auch nicht stark genug, um eine Konsole zu subventionieren.
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Re: Warum die Dreamcast scheiterte

Beitragvon Ekko » 26.06.2012, 20:01

Und die Arcade-Zahlen sinken (generell, nicht speziell bei Sega) auch. Wahrscheinlich hatte Nintendo sowieso mehr Finanzkraft, die existierten ja weit länger als Sega (Taxi, Karten etc.) und hatten weniger Misserfolge. Wenn man das alles so zurückverfolgt sieht man, dass bei der Dreamcast im Grunde nicht viel falsch gemacht wurde, die Probleme reichten von Mitte Mega-Drive-Ära (Add Ons) bis zu Ende Saturn-Ära. Da ist aber viel viel Geld in Unsinn geflossen und nicht wieder reingekommen.
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Re: Warum die Dreamcast scheiterte

Beitragvon Maturion » 02.07.2012, 12:13

Ekko hat geschrieben:Und die Arcade-Zahlen sinken (generell, nicht speziell bei Sega) auch. Wahrscheinlich hatte Nintendo sowieso mehr Finanzkraft, die existierten ja weit länger als Sega (Taxi, Karten etc.) und hatten weniger Misserfolge. Wenn man das alles so zurückverfolgt sieht man, dass bei der Dreamcast im Grunde nicht viel falsch gemacht wurde, die Probleme reichten von Mitte Mega-Drive-Ära (Add Ons) bis zu Ende Saturn-Ära. Da ist aber viel viel Geld in Unsinn geflossen und nicht wieder reingekommen.


Naja, ich denke Ende der 90er Jahre/Anfang der 2000er hat Nintendo kaum noch von seiner Vergangenheit im Spielkartengeschäft profitiert.

Die Dreamcast hat sich in der Tat gar nicht so schlecht verkauft, wie immer gesagt wird. Sie war in manchen Regionen, z.B. Europa nicht mal 1,5 Jahre auf dem Markt, da hat SEGA schon wieder alles beendet. Ich würde mal sagen, die DC war von den Verkaufszahlen nahe dran an GameCube und Xbox 1.

Nintendo hatte mit dem GameBoy ein sehr starkes Standbein, das laufend hohe Gewinne abgeworfen hat. Ich weiß nicht ob der GameCube alleine profitabel war, aber durch den Mobilbereich hätten sie Verluste immer ausgleichen können. Die Xbox 1 war ein reines Verlustgeschäft, aber ein Milliardenkonzern wie Microsoft hat das auch sehr leicht verkraftet.

SEGA hatte hingegen nur den Arcade-Bereich, der schon in den 90ern am Schrumpfen war. Und mit dem Saturn haben sie bereits lange vor der Dreamcast jahrelang Verluste eingefahren.
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Re: Warum die Dreamcast scheiterte

Beitragvon Doubledeejay » 07.07.2012, 17:54

Dafür hätten es aber auch einige Spiele, die es später auf dem Gamecube und der XBOX gab, auf die Dreamcast schaffen müssen. Schon der Umstand, das ein Half Life Blue Shift, welches ja praktisch fertig war, doch nicht mehr für die DC kam, ist ein Indiz, das die Entwickler Sega einfach nicht mehr über den Weg getraut haben.

Der Saturn war ja in Japan Sega´s erfolgreichste Konsole, das lag wahrscheinlich auch an den vielen Arcade Portierungen, den Spielen im Anime Stil und nicht zuletzt auch am Namen, den Sega dort hatte. Einer der großen Fehler von Sega war auch, das es zwischen 1994 und 1999 praktisch kein Sonic Spiel gab, was die Mega Drive Titel beerbt hätte. Von Flickie´s Island mal abgesehen, das es ja auch für Mega Drive und PC gab, erschienen ein Racinggame und eine Collection. Sonic war damals noch ein Kaufgrund, zum Beispiel erreichte Sega mit Sonic 1 bis Sonic Adventure in Japan jedes Mal Zahlen von über 100.000 Stück, danach konnten sie froh sein, wenn die 10.000er Grenze noch erreicht wurde.

Es steht und fällt mit dem Saturn, der zwar auch einige Spiele als neue Franchises etablierte, zum Beispiel Nights, Panzer Dragoon, Virtua Fighter oder Sega Rally, aber alles in allem, überflüssig war. Hätte Sega 1993 einfach die Mega CD gebracht, ohne weitere Add Ons, hätten sie bis 1998 in alller Ruhe die Dreamcast entwickeln können. Dann wäre Nights entweder für Mega CD oder Dreamcast gekommen, das ändert nichts daran, das es ein gutes Spiel ist.

Sega hat einfach zwischen 1994 und 1998 zuviel Credits bei seinen 2nd und 3rd Party Entwicklern verspielt, als das die Dreamcast Konkurrenzfähig gewesen wäre, siehe das Half Life Beispiel, oder etwa die EA Sports Titel. Natürlich ist das Spekulation, aber Vielleicht können ja Titel wie ASR 2 und Anarchy Reigns SEga wieder ein paar gute Credits verschaffen.
Die 10 besten Spiele aller Zeiten:

Sonic Adventure (DC), Phantasy Star 4 (MD), Super Mario 64 (N64), Donkey Kong Country 2 (SNES) Sonic 3 & Knuckles (MD), Yoshis Island (SNES), Endless Ocean (Wii), Shenmue 1+2 (DC), Zelda: The Wind Waker (GC).

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Re: Warum die Dreamcast scheiterte

Beitragvon Jenkins » 07.07.2012, 19:43

Doubledeejay hat geschrieben:Dafür hätten es aber auch einige Spiele, die es später auf dem Gamecube und der XBOX gab, auf die Dreamcast schaffen müssen. Schon der Umstand, das ein Half Life Blue Shift, welches ja praktisch fertig war, doch nicht mehr für die DC kam, ist ein Indiz, das die Entwickler Sega einfach nicht mehr über den Weg getraut haben.

Das Spiel wurde drei Monate nach dem Untergang der DC eingestellt. Da war es schon fast egal. (Quelle) Genau wie mit PBA Bowling etc.

Doubledeejay hat geschrieben:Der Saturn war ja in Japan Sega´s erfolgreichste Konsole, das lag wahrscheinlich auch an den vielen Arcade Portierungen, den Spielen im Anime Stil und nicht zuletzt auch am Namen, den Sega dort hatte. Einer der großen Fehler von Sega war auch, das es zwischen 1994 und 1999 praktisch kein Sonic Spiel gab, was die Mega Drive Titel beerbt hätte. Von Flickie´s Island mal abgesehen, das es ja auch für Mega Drive und PC gab, erschienen ein Racinggame und eine Collection. Sonic war damals noch ein Kaufgrund, zum Beispiel erreichte Sega mit Sonic 1 bis Sonic Adventure in Japan jedes Mal Zahlen von über 100.000 Stück, danach konnten sie froh sein, wenn die 10.000er Grenze noch erreicht wurde.

Stimmt, in gewisser Hinsicht, war der Saturn für den japanischen Markt abgestimmt. Anfangs war die Konsole als 2D Maschine mit 32Bit geplant. Als der Markt dann langsam immer mehr in Richtung 3D ging, bastelte SEGA aus dem vorhandenen Prototypen schnell noch eine Konsole mit genug Power, um flüssige 3D Grafiken darzustellen. Da in Japan das Genre Dating-Sim, "Anime", 2D-Rollenspiele usw. eine große Rolle spielt, wurde der Saturn dort besser angenommen. Er bot (3D)-Portierungen aus der Arcade-Halle und gleichzeitig viele 2D-Dating/RPG-Spiele für die japanischen Spieler. Außerdem trat SEGATA allen kräftig in den Hintern, wer nicht Saturn spielte. ^^ Das kam noch dazu. Das Marketing in Japan war sehr gut.

Sonic Adventure sollte übrigens der Killer-Sonic-Title für den Saturn werden. Aber zum Glück(?) wurde das Projekt für Dreamcast umgeschrieben.


Doubledeejay hat geschrieben:Es steht und fällt mit dem Saturn, der zwar auch einige Spiele als neue Franchises etablierte, zum Beispiel Nights, Panzer Dragoon, Virtua Fighter oder Sega Rally, aber alles in allem, überflüssig war. Hätte Sega 1993 einfach die Mega CD gebracht, ohne weitere Add Ons, hätten sie bis 1998 in alller Ruhe die Dreamcast entwickeln können. Dann wäre Nights entweder für Mega CD oder Dreamcast gekommen, das ändert nichts daran, das es ein gutes Spiel ist.

Die Power vom Mega Drive + Mega CD wäre nicht gegen die Playstation oder gar den N64 angekommen. Es wäre nach wie vor eine 16-Bit Konsole ohne 3D-Grafik geblieben. Der Saturn war zu der Zeit schon eine gute Entscheidung. Nur leider wurde die Konsole sehr unsympatisch angeboten und hätte vielleicht von anfangs an anderes geplant werden sollen.

Der Käufer war dann auch noch zusätzlich sehr verwirrt. Besonders in Amerika. Zum 32X-Addon greifen oder noch etwas warten und dann einen Saturn kaufen? Viele griffen zum, verhältnismäßig sehr teueren, 32X-Addon und interessierten sich nicht mehr für den Saturn bzw. waren erstmal bedient. Das 32X war keine schlechte Idee, es war nur kein Platz dafür.

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Re: Warum die Dreamcast scheiterte

Beitragvon lumpi3 » 10.07.2012, 07:54

Punkt 1. warum SEGA das rennen verloren hat war über fast 1 Jahrzehnt miserables Marketing.
Man sieht es ja auch bei Nintendo sie konnten mit N64 und Cube auch nicht wirklich in der Playstation Ära Punkten, da dort das werbekonzept ebenso schlecht bis garnicht wirklich vorhanden war.
Sony ist ein Multimediariese der genau wusste wie man Werbung macht, aggressiv und rund um die Uhr vorallem.

SEGA hatte für so etwas nicht die Mittel bzw das bischen einfach komplett falsch eingesetzt.

Punkt 2. Und da bin ich mir sicher ist, das EA von Sony gekauft wurde damit sie keine Spiele für die Dreamcast releasen.

Punkt 3. Die Zusammenarbeit mit Microsoft war ein großer Fehler,

Dreamarena wurde zu XboxLive ( mitsamt Peter Moor)
Man hatte da sicherlich bemerkt wie lukrativ das Videospiele Geschäft sein kann und hat sich dann schamlos der Ideen und Konzepte SEGA's bedient.
Ähnliches wurde ja in den Folgejahren mit Toshiba gemacht ( HD-DVD volle kosten zu Lasten von Toshiba) bis man sein Xbox libe soweit ausgebaut hat um auch Filme selber darüber zu verbreiten.
Und nun geschieht das selbe im Tablet Bereich, sowas ist kein Zufall und gewiss Strategie von Microsoft.


Punkt 4. Zuwenig Selbstvertrauen und Stärkung eigener Marken.
Konzepte wurden nicht wirklich konsumerfreundlich erklärt sondern meist im Beipackzettel erwähnt.

VMU zum Beispiel, Portables Highscore Gerät mit dem man unterwegs Daten tauschen konnte, nichts anderes mach Nintendo gerade mit Streetpass nur per Funk.
Die ganze tolle zusatzperepherie wie Angeln lightgun Maus Tastatur wurde alles viel zu spähtlich mit Software versorgt und zu wenig gepuscht.

Maus Tastatur Kombi wo waren Strategie spiele alla warcraft 2 sehr schade das SEGA sich zu 90% selber sein Grab geschaufelt hat.

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Re: Warum die Dreamcast scheiterte

Beitragvon TulleMulle » 22.07.2012, 12:27

Punkt 1. warum SEGA das rennen verloren hat war über fast 1 Jahrzehnt miserables Marketing.
Man sieht es ja auch bei Nintendo sie konnten mit N64 und Cube auch nicht wirklich in der Playstation Ära Punkten, da dort das werbekonzept ebenso schlecht bis garnicht wirklich vorhanden war.
Sony ist ein Multimediariese der genau wusste wie man Werbung macht, aggressiv und rund um die Uhr vorallem.


SEGA hat ja schon Marketing betrieben, aber ziemlich mieses eben. Ein Großteil des Marketings ging für das irre teure Sponsoring irgendwelcher Sportmannschaften drauf mit der man nur sehr wenig potentielle Kunden erreicht hat.


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